Inhalt - Drehzahlen und mehr

Drehzahlen und mehr

Alex Itin, Pilot und Fluglehrer bei Fuchs Helikopter, spricht über seinen Beruf, über Flugtechnologie und wie das FreeCom 7000 Headset die Kommunikation und Hörqualität verändert hat.

F: Erzählen Sie uns doch ein bisschen etwas über Ihren Arbeitgeber Fuchs Helikopter.

Fuchs Helikopter hat neben dem eigenen Unterhaltsbetrieb (Helikopter-Maintenance) zwei Haupt-Standbeine im Flugbetrieb: die Helikopter-Flugschule, die zu den grössten in der Schweiz gehört, sowie den Bereich Luftaufnahmen (Aerial Filming) mit speziellen HD-Kamerasystemen der neuesten Generation, wobei der vollausgerüstete Kamerahelikopter zum Beispiel für Dokumentarfilme oder Grossprojekte mit Video Live-Übertragung wie beispielsweise das Lauberhorn Skirennen, die Tour de Suisse, die Tour de Romandie und andere Sportanlässe im Einsatz ist. Weiter dienen die mit hochwertigen Kamerasystemen ausgerüsteten Helikopter auch der Kontrolle von Hochspannungsleitungen der europaweiten Energiekonzerne. Nebst den genannten Spezialgebieten werden selbstverständlich auch Passagierflüge aller Art und Fotoflüge angeboten.

F: Welche Leute machen die Ausbildung bei Fuchs Helikopter?

Wir unterrichten Menschen aus allen Altersklassen. Es melden sich nicht nur 18- bis 20-Jährige, sondern auch Personen über 60. Einige jüngere Flugschüler wollen sich zu Berufspiloten ausbilden lassen. Auch Mittvierziger, die viel gearbeitet und gespart haben und einfach nur nach einem Hobby suchen, das ihnen Spass macht, gehören zu unseren Schülern. Sie fliegen aus reinem Vergnügen. Die Anzahl Flugschüler variiert sehr stark, durchschnittlich dürften es jeweils rund 25-30 Personen sein welche in der Ausbildung sind.

F: Welche Helikopterpilotenausweise können in der Schweiz erworben werden?

Zum Fliegen benötigt man eine Privatpilotenlizenz, auch PPL genannt. Sie wird häufig durch Spezialtrainingskurse für Nacht- und Gebirgsflug ergänzt. Nach einer bestimmten Anzahl Flugstunden kann man sich für die Berufshelikopterlizenz (CPL) anmelden. Inhaber einer Privatpilotenlizenz können bei uns einen Helikopter mieten, ähnlich wie Sie ein Auto mieten würden. Der Flugpreis errechnet sich aus der effektiv geflogenen Flugzeit und der Grösse des Helikopters.

F: Wie sind Sie zum Fliegen gekommen? Weshalb haben Sie diesen Beruf gewählt?

Ich wollte bereits im Alter von vier Jahren unbedingt Helikopterpilot werden. Daran ist wohl nichts aussergewöhnliches, denn Jungen in diesem Alter wollen fast alle Pilot, Feuerwehrmann oder Lokomotivführer werden. Für mich stand aber bereits von Anfang an fest, dass ich nicht Flugzeuge pilotieren möchte, sondern eben Helikopter. Das erste Mal bin ich als Einjähriger in einem privaten Helikopter mitgeflogen. Da mein Vater als Arzt bei der Rega (Schweizerische Rettungsflugwacht) arbeitete, verbrachte ich auch sehr viele Wochenenden auf der Rega-Basis in Bern wo ich dann auch meinen späteren Fluglehrer Peter Hauert kennen lernte.

Im Juli 2000 machte ich meine erste Flugstunde und von da an absolvierte ich meine Ausbildung in Bern. Am Anfang konnte ich während den Militärpausen zwischen Rekruten- / Unteroffiziers- und Offiziersschule intensiv schulen. Nach meinem Militärdienst hatte ich zum Glück immer verständnisvolle Arbeitgeber, welche mir den nötigen Spielraum für die Pilotenausbildung gewährten. Als ich meine PPL in der Tasche hatte, zog es mich nach Los Angeles in die USA wo ich meine amerikanische CPL und meine Instrumentenflugberechtigung erwarb. Schliesslich kam ich zurück in die Schweiz und konvertierte meine amerikanische CPL in eine Schweizer CPL.

Danach bekam ich die einmalige Gelegenheit bei jemandem zu fliegen, der einen Helikopter gekauft hatte um auf dem Flugplatz Grenchen im Kanton Solothurn seine eigene kleine Fluggesellschaft zu gründen. Er fragte mich, ob ich für seine neue Firma fliegen wolle, worauf ich sofort zusagte. Das war mein erster Job als Freelance-Berufspilot. Später war ich dort auch als Fluglehrer tätig. Ende 2008, als ich hörte, dass bei Fuchs Helikopter eine Stelle frei wurde, bewarb ich mich um diese Stelle und bekam diese dann auch.

F: Welche Maschinen stehen bei Fuchs Helikopter im Einsatz?

Bei Fuchs fliegen wir Helikopter von McDonnell-Douglas, wie den MD500, den grösseren MD600, den zweimotorigen MD900, der häufig von der Polizei und von Rettungsdiensten rund um die Welt eingesetzt wird, und den MD 520 Notar. Ausserdem fliegen wir die Schweizer 300, mit der die meisten Piloten fliegen lernen und die etwas grössere, mit einer Turbine ausgestattete Schweizer 333. Die Anzahl der vor Ort stationierten Maschinen variiert sehr häufig, da wir auch McDonnell-Douglas Helikopter importieren und verkaufen. Es sind immer ca. acht oder neun Maschinen im Park von Fuchs Helikopter. Was die Anzahl Piloten angeht, arbeiten hier vier festangestellte Piloten sowie einige freie Mitarbeiter.

F: Wie wichtig ist Technologie in Ihrem Job?

Sehr wichtig! Piloten sind ständig auf der Suche nach neuen technischen Geräten oder Teilen. Da geht es uns ähnlich wie Velo- und Motorradfahrern oder Menschen mit Hobbies, bei denen technische Neuigkeiten vieles verändern.

F: Welche technischen Neuerungen darf sich ein Pilot oder eine Pilotin selbst aussuchen?

Eines der am häufigsten verwendeten Geräte ist das Headset. An zweiter Stelle stehen Smartphones, PC-Tablets und andere Navigationshilfen. Wenn wir in den Helikopter steigen, gurten wir uns an und setzen dann als erstes unser Headset auf.

F: Was erwarten Sie von einem Headset?

Ein Headset muss in erster Linie bequem und einfach zu handhaben sein. Es sollte nicht zu stark drücken und nicht verrutschen.

F: Wie gut erfüllt FreeCom von Phonak diese Ansprüche?

Was mir am FreeCom Headset gefällt, ist die Tatsache, dass die Ohren frei sind. Ausserdem ist es klein, leicht und man kann den Kopf problemlos bewegen.

Wenn wir unter einem normalen Headset unsere Sonnenbrillen tragen und sie abnehmen oder aufsetzen müssen, weil sich die Lichtverhältnisse geändert haben, dann ist das immer mit Problemen verbunden. Mit den FreeCom Ohrschalen gehören diese Probleme der Vergangenheit an.

Zu unserer Sicherheit tragen wir beim Fliegen Helme. Mit FreeCom können wir sie nach Belieben abnehmen oder aufsetzen. Bei einem Helm mit eingebauter Kommunikation (Hörschalen und Mikrofon) verlieren wir den Lärmschutz, sobald wir ihn abnehmen. Wenn ich mit einem Flugschüler arbeite, steige ich nach der Landung häufig als erster aus, während er noch in der Maschine sitzt. Normalerweise lässt man den Helm im Cockpit liegen und ist dann dem Motorenlärm ausgesetzt. Mit FreeCom 7000 läuft alles viel einfacher ab: Es wird einfach ausgeklinkt, die Ohren bleiben geschützt und man hört trotzdem alles, was um einen herum vorgeht. Man kann sein Gehör schützen und sich trotzdem unterhalten.

F: Können Sie beschreiben, wie der dynamische Gehörschutz klingt und wie er sich anfühlt?

Das ist schwer zu erklären. Standard-Headsets werden auf die Ohren gesetzt; die Kapseln umschliessen die Ohren und schützen sie so. Die aktive Geräuschdämmung dieser Geräte filtert aber oft auch viele Umgebungsgeräusche heraus, sodass die Drehzahl- und Motorengeräusche nicht mehr exakt wahrnehmbar sind. Es ist zwar angenehm ruhig, aber manchmal fast zu ruhig, weil man die Turbine nicht mehr richtig hört. Wenn man den ganzen Tag fliegt, bekommt man ein Gefühl für ihren Klang. Man nimmt die feinsten Geräuschunterschiede wahr und weiss sofort, wenn etwas nicht stimmt. Zu niedrige oder zu hohe Drehzahlen bemerkt man lange bevor sie auf dem Tacho angezeigt werden. Was mir beim Phonak Headset so gefällt, ist die Möglichkeit, die Tonstärke der Umgebungsgeräusche anzupassen. Dadurch höre ich den Motor und die Drehzahlen, trotzdem sind meine Ohren vor übermässigem Lärm geschützt.

Viele Piloten nehmen ihren Helm oder ihren Gehörschutz beim Starten des Helikopters ab, weil sie hören wollen, wie der Motor reagiert. Man beginnt auf Geräuschlevel Null und steigert den Pegel innert kürzester Zeit auf maximale Motorenleistung, was für die Ohren sehr schädlich ist. Mit dem FreeCom Gehörschutz ist das kein Problem mehr. Die Im-Ohr-Schalen müssen nicht entfernt werden und trotzdem hört man alles. Dabei sind die Ohren nie zu vielen Dezibel ausgesetzt, weil der Geräuschpegel auf ein verträgliches Mass eingestellt ist und nicht weiter steigt. Das ist einfach grossartig.

F: Wie würden Sie den Funkverkehr mit FreeCom beschreiben?

Nicht nur beim ersten, sondern auch beim zweiten und dritten Mal war ich von der Tonqualität beeindruckt. Es ist sehr wichtig, dass man sich im Cockpit oder beim Funkkontakt mit dem Tower gut versteht. In diesem Punkt besteht ein grosser Unterschied zwischen guten und schlechten Headsets. Bei Letzteren sind ständig störende Hintergrundgeräusche zu hören und der Gesprächspartner ist nur schwer zu verstehen. Mit Phonak ist die Gesprächsqualität hervorragend.

F: Welche Gehörschutzsysteme haben Sie bisher benutzt?

Zuerst verwendete ich ein Sennheiser Headset mit Kopfhörern und eingebautem ANR. Das war damals eigentlich Standard. Danach ging ich schon bald zu einem Helm mit eingebautem Headset über.

F: Wie fällt Ihr Vergleich zwischen den früheren Systemen und dem heute von Ihnen eingesetzten Phonak Headset aus?

Mit dem Phonak Headset hat man den Kopf frei. Zudem ist es leicht und kann problemlos mit Sonnenbrille und mit oder ohne Helm getragen werden. Wenn man Kopfhörer gewohnt ist und FreeCom das erste Mal trägt, fühlt man sich aber schon etwas nackt!

F: Wie fanden Sie das Anpassen der FreeCom Ohrschalen?

Das ging sehr schnell, die Abdrücke waren innert einer halben Stunde fertig und es tat kein bisschen weh. Wenn ich ein anderes Phonak System verwenden will, kann ich die Im-Ohr-Schalen einfach ausklinken und in das andere System einsetzen.

Vielen Dank für das Gespräch.

Gern geschehen!

„In diesem Punkt besteht ein grosser Unterschied zwischen guten und schlechten Headsets. Bei Letzteren sind ständig störende Hintergrundgeräusche zu hören und der Gesprächspartner ist nur schwer zu verstehen. Mit Phonak ist die Gesprächsqualität hervorragend“, erklärt Alex.